Sonderbeilage Friedberger Herbstmarkt aus der Wetterauer Zeitung vom Do. 14.09.2000

»Viele wussten gar nicht, was Crêpes sind«

Seit über 20 Jahren ist die Crêperie von Heinz Riemer beim Herbstmarkt dabei

Friedberg (har). Seit über 20 Jahren ist die Crêperie des Niddaers Heinz Riemer ein fester Bestandteil des Herbstmarkts. Erstmals war der gelernte Bankkaufmann samt Ehefrau Ruth 1979 mit seinem damals gerade einem Jahr alten Stand zu Gast in der Kreisstadt, allerdings nicht beim Herbstmarkt, sondern anlässlich des Hessentags.

Ein Jahr zuvor, am 18. Juni 1978, feierte die Riemersche Crêperie auf dem Altstadtfest in Nidda Premiere. »Wir waren die Ersten, die im Straßenverkauf Crêpes anboten, und viele wussten gar nicht, was das ist«, erinnert sich Riemer, der 1985 seinen Job bei der Sparkasse aufgab und das Hobby zum Beruf machte. In den ersten Jahren wurden Gutscheine und Kostproben verteilt, um die Besucher an den Stand zu locken.

Viel Überzeugungsarbeit erforderlich

»Wir mussten da viel Überzeugungsarbeit leisten, auch bei den Veranstaltern«, erzählt Riemer, doch das hat sich gelohnt. Auf vielen Märkten und Festen haben die Riemers nun schon seit zwanzig Jahren ihren festen Platz und viele Stammkunden, ob in Wiesbaden beim großen Straßenfest, beim »Golden-Oldies-Festival« in Wettenberg oder auf dem Kalten Markt in Ortenberg, dem immer noch umsatzträchtigsten Fest überhaupt. Angefangen haben die Riemers mit zwei zerlegbaren Ständen, was natürlich mehr Zeit für Auf- und Abbau in Anspruch nahm. So erwarb man 1982 bereits den ersten Verkaufswagen. Drei Jahre später kam ein zweiter Wagen hinzu, der zum Pizzaverkauf genutzt wir, dem zweiten Standbein der Riemers, das aber bei weitem nicht so eingesetzt wird wie die Crêperie.

1988 kam Bistro hinzu

Im Herbst 1986 kam ein Holzhaus als Verkaufsstand für die Weihnachtsmärkte hinzu, und 1988 eröffnete die Familie Riemer in ihrer Heimatstadt Nidda am Marktplatz das Bistro »Vis ä Vis«, das man nach zwölf Jahren aus Zeitgründen mit Beginn dieses Jahres verpachtet. Fast das ganze Jahr sind die Riemers unterwegs

   Nur im Januar, Februar und April ist es etwas ruhiger, doch auch hier gibt es Termine, bietet die Niddaer Familie ihre Crêperie doch auch zum Pauschalpreis für Messen, Autopräsentationen oder Firmenjubiläen an.

Seit 1991 besitzen die Riemers ihren »Round-Jet«, einen runden Verkaufswagen, der seitdem bei allen Festen zum Einsatz kommt und so etwas wie das Markenzeichen der »Crêperie mit den fünf Sternen« wurde, auch wenn es inzwischen etliche Nachahmer mit dem gleichen Wagentyp gibt. »Doch unsere Stammkunden erkennen uns, auch an unseren einmaligen Crêpes«, so Heinz Riemer

Rezept wird nicht verraten

Das genaue Rezept wird natürlich nicht verraten, denn »Crêpe ist nicht gleich Crêpe«, erklärt Sohn Stefan, der längst in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist. Neben den Grundzutaten Eier, Milch und Mehl kommt es in erster Linie auf das Mischungsverhältnis der Zutaten sowie auf die Fingerfertigkeit des Crêpes-Bäckers an, damit der Crêpe auch die richtige Festigkeit hat und entsprechend gut schmeckt.

»Crêpeverkauf ist echte Knochenarbeit«, meint Heinz Riemer. Nach zwölf bis 15 Stunden Hitze und Stress sei man »da schon ganz schön fertig«, das bestätigen auch die beiden Angestellten, die seit vielen Jahren mit den Riemers unterwegs sind: »Der Teig wird ständig frisch hergestellt und nicht entweder gelagert oder gar eingefroren wie bei manchen Konkurrenten.«

40 verschiedene Crêpe - Sorten

Wie lange ein Crêpe braucht, um auf dem regulierbaren Backgerät fertig zu werden, liegt auch am Belag, und hier kann der Kunde unter fast 40 Variationen wählen. Dabei unterscheiden die Crêpemacher unter drei großen Gruppen

  

nämlich süß, herzhaft und »beschwipst«, gemeint sind hier Crêpes mit Eierlikör, Grand Manier und anderen Likören. 

Vom »Standard-Crêpe« mit Zucker und Zimt reicht die Palette über Crêpe mit Salami, Schinken oder Käse bis hin zu süßen Crêpes mit Nougatcreme und seit neuestem auch mit »After Eight«, Kinderschokolade und Toffifee.
Dabei kann der Kunde beobachten, wie sein Crêpe entsteht, und »er weiß immer, was drin ist«, so Stefan Riemer, der unter »www.creperie.de« die Riemersche Crêperie inzwischen ins Internet gebracht hat. Hier kann man im »Crêpes-Shop« Crêpes im Fünferpack bestellen. Diese werden nach der Bestellung frisch zubereitet, vakuumverpackt und verschickt und müssen zu Hause nur noch in der Mikrowelle erhitzt werden.

»Crêpe-Set für zu Hause«

Immer wieder wurden die Riemers gefragt, wie man Crêpe zu Hause herstellen kann, und das brachte Stefan und Heinz Riemer auf die Idee, ein »Crêpe-Set für zu Hause« zu entwickeln und anzubieten. Dazu gehören eine speziell angefertigte Pfanne der Firma Berndes und das entsprechende Zubehör sowie eine Anleitung und ein Grundrezept. Auch einzelne Werkzeuge wie Messer oder Schöpflöffel sowie Anlagen für den professionellen Betrieb bieten die Riemers inzwischen an.
Doch nach wie vor steht der Crêpeverkauf im Mittelpunkt, und das wird in den kommenden Tagen auf dem Herbstmarkt wieder der Fall sein. Schon seit Jahren stehen die Riemers ziemlich genau in der Mitte auf der westlichen Seite des Festgeländes.

Wett.Ztg.jpg (260007 Byte)

Die Familie Riemer mit ihrem Crepestand, mit dem sie auch beim diesjährigen Herbstmarkt auf der Seewiese vertreten sein wird.        Foto: Schuchardt
 

nach Oben